Agendabüro startet Projekt mit Weißrussland

Ein außergewöhnliches Projekt über die EU-Außengrenze hinweg verwirklicht das Agendabüro der Stadt Oldenburg in den kommenden Monaten zusammen mit der Belarusian Transport Union Minsk in Weißrussland: Mit einer gemeinsamen Plattform für Kommunikation und Kooperation sollen regionale Projekte der Nachhaltigkeit geschaffen und vernetzt werden. Expertenunterstützung, ein enger Erfahrungsaustausch und praxisnahe Trainings sollen das regionale Potenzial zur nachhaltigen Entwicklung ermitteln und ausschöpfen.

Dieses Angebot im ländlichen Raum mit dem Titel „Kommunikations- und Kooperationsplattform für nachhaltige Entwicklung“ ist eines von insgesamt 32 deutsch-weißrussischen Projekten, die bis März 2014 im Rahmen des Förderprogramms Belarus durch die deutsche Bundesregierung ermöglicht werden. Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB) betreut das Förderprogramm Belarus seit 2002. Auf der Partnerschaftskonferenz in Berlin vom 18. bis 21. Oktober 2012 – organisiert vom IBB Dortmund und der IBB „Johannes Rau“, einem Bildungs- und Konferenzzentrum in Minsk – trafen sich alle deutschen und weißrussischen Projektpartner. Für die Agenda 21 Oldenburg nahmen Eva Hagel (Agendagruppe Zeitzeugenbörse) und Thomas Ponel (Agendabeauftragter der Stadt Oldenburg) teil.

Der Projektpartner des Agendabüros, die Belarusian Transport Union mit Sitz in Minsk, ist ein gemeinnütziger Interessenverband von Transport-Dienstleistern. Ziel der Organisation ist es, moderne, nachhaltige Mobilitätskonzepte in Weißrussland flächendeckend umzusetzen. Die Experten des Vereins erstellen wissenschaftliche Analysen zu Verkehrsströmen und machen Vorschläge zur Steigerung von Effizienz, Effektivität und Nachhaltigkeit. In Weißrussland boomt seit Jahren der Autoverkehr, eine systematische Planung von Verkehrsströmen und Abstimmung des ÖPNV oder CO2-neutraler Verkehrsmittel findet nur in Ansätzen statt.

Zentrales Thema der Konferenz war die Vernetzung der Projektpartner untereinander und die Detailplanung für die Projekte. Nach dem Starttermin für die sechste Phase am 1. Oktober 2012 arbeiten Vereine, Organisationen und staatliche Stellen in den kommenden 18 Monaten an ihren Plänen. „Das gemeinsame Ziel aller Projekte und das Ziel der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg ist die Festigung der Partnerschaften und die Stärkung der Zivilgesellschaft in Belarus“, sagt Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund. „Wir freuen uns besonders, dass wir auch in Zukunft die Arbeit von NGOs insbesondere in den ländlichen Regionen von Belarus unterstützen können“, sagt Dr. Astrid Sahm vom IBB, Mit-Initiatorin des Förderprogramms.

Die bewilligten Projekte widmen sich im Kern dem Ausbau von Bildungsangeboten, Innovationen im Gesundheits- und Sozialsystem, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien sowie der nachhaltigen Entwicklung und Initiierung von Ageda 21-Prozessen in verschiedenen Regionen Weißrusslands.

Die deutsche Bundesregierung ermöglicht zum sechsten Mal mit dem Förderprogramm Belarus die Umsetzung von innovativen Projekten im EU-Nachbarland. Alle Anträge wurden von Experten begutachtet und anschließend von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Botschaft in Weißrussland bewilligt.

Zur Geschichte des Förderprogramms Belarus:

Das Förderprogramm, das das IBB Dortmund seit 2002 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung koordiniert und betreut, hat eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben: 160 Projekte und 120 regionale Initiativen wurden seit 2002 gefördert. Intensive Bildungs- und Beratungsprozesse sorgten für einen intensiven Wissenstransfer. „Wir konnten in der Arbeit an den Projekten auch beobachten, dass die erhofften Impulse für eine Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft aufgenommen wurden“, sieht Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund, die Erwartungen erreicht.

Kooperationen von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen und Institutionen sind in einigen Bereichen bereits Standard. Etwa 20 gesellschaftliche Räte koordinieren Abstimmungs- und Vernetzungsprozesse in den Bereichen Ökotourismus, Sozialwesen, Agenda 21-Arbeit und Wohnungsverwaltung.

„Wir können voller Überzeugung von einer gelungenen Weiterentwicklung im Förderprogramm sprechen“, resümiert Martin Schön-Chanishvili, Leiter des Koordinationsbüros in Minsk. „Stand 2002 noch der Anstoß zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Mittelpunkt, so sind die zivilgesellschaftlichen Organisationen heute in der Lage selbstständig Prozesse anzustoßen und zu verwirklichen.”

 

(Pressedienst Bonn)

 

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