Bundesstiftung hilfreich für Oldenburger Mütter

Mit 240.000 Euro wurden im Jahr 2011 werdende Mütter in Oldenburg durch die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ finanziell unterstützt. Eine Beantragung ist nur über anerkannte Beratungsstellen möglich. In Oldenburg übernehmen dies pro familia Oldenburg, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und seit kurzem die Familien-, Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Weser-Ems. Im vergangenen Jahr stellten sie erfolgreich Anträge für 471 Frauen. Auch in diesem Jahr können sich Schwangere mit ihren Anträgen an die Beratungsstellen wenden.

Ob eine Unterstützung gezahlt wird, ist abhängig vom Einkommen und der Größe der Familie. Das monatliche Bruttoeinkommen einer alleinstehenden Schwangeren darf beispielsweise bis zu 1.683 Euro betragen. Die Beraterinnen prüfen die Angaben zum Einkommen, den Mutterpass und die benötigten Ausgaben und leiten den Antrag dann mit einer Beurteilung an die Stiftung weiter. Bundesweit erhalten jährlich rund 150.000 schwangere Frauen in einer Notlage finanzielle Unterstützung durch die Bundesstiftung „Mutter und Kind“. Mit dieser unbürokratischen Hilfe werden den Frauen die Fortsetzung der Schwangerschaft und der Start ins Familienleben erleichtert. So kann eine finanzielle Unterstützung gewährt werden für Umstandskleidung, die Erstausstattung des Kindes oder Kinderzimmermöbel.

Eine häufige Situation schildert Petra Lucassen-Kenkel, Beraterin beim SkF: „Nach Bekanntwerden der Schwangerschaft trennt sich der Kindesvater und die schwangere Frau steht vor einem emotionalen und finanziellen Desaster. Diese Situation bleibt aus Schamgefühl in den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen oft unausgesprochen. Hier ist die Beratungsstelle Ansprechpartnerin für die schwangere Frau in emotionalen Fragen. Für die finanzielle Situation prüfen wir die Ansprüche und beantragen Leistungen aus Stiftungen.“ Die Zahlen des SkF unterstreichen dieses Beispiel: Von den 180 Frauen, für die der SkF Anträge gestellt hat, waren 21 Prozent alleinerziehend und 30 Prozent erwarteten ihr erstes Kind.

Von pro familia Oldenburg wurden 291 Anträge im letzten Jahr weitergeleitet. Dies ist eine Steigerung von rund 11 Prozent im Vergleich zu 263 Anträgen im Jahr 2010. Antje Heinemann-Sanders, Leiterin der Beratungsstelle, kann nachvollziehen, dass werdende Mütter manchmal Angst haben, es nicht zu schaffen. „Wir bieten den Frauen Gespräche an, suchen mit ihnen gemeinsam nach Wegen und klären ab, ob ein Antrag auf Unterstützung möglich ist“, so Heinemann-Sanders.

Außerdem stellt die Beraterin fest, dass die Not – auch die finanzielle – immer größer wird, auch bei erwerbstätigen Frauen. Die damit verbundene Angst belaste die Frauen sehr. In sehr vielen Fällen sind Fragen nach sozialrechtlichen Ansprüchen und eine Entlastung der finanziellen Situation Beratungsanlass. Die Beratungsstellen haben daher ein Einlegeblatt entwickelt, das von Gynäkologinnen und Gynäkologen in den Mutterpass gelegt werden soll.

Agnieszka Salomon von der Beratungsstelle der AWO, die seit Anfang des Jahres ebenfalls Anträge auf Unterstützung durch die Bundesstiftung bearbeitet, stellt fest: „Die ratsuchenden Frauen kommen häufig in die Beratung, weil sie über ihre Ängste und Nöte in einem geschützten Raum mit einer sie verstehenden und wertschätzenden Person reden möchten. Nicht selten ist das Zuhören und das Verständnis der Beraterin schon sehr entlastend für die schwangere Frau.“

Informationen zur Stiftung und zu Beratungsstellen gibt es im Internet unter www.awo-ol.de, www.profamilia.de, www.skf-oldenburg.de und www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de.

(Pressestelle Stadt Oldenburg)

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kultur& Leben abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.