Start der Inklusion an Oldenburger Schulen

Die Inklusion wird flächendeckend an allen Oldenburger Schulen zum Schuljahr 2013/2014 umgesetzt. Dies hat der Schulausschuss in seiner Sitzung am 6. November einstimmig beschlossen. Um diesen Prozess vorzubereiten wurde Anfang 2012 unter Federführung des Amtes für Jugend, Familie und Schule die Arbeitsgruppe „Inklusion an Oldenburger Schulen“ ins Leben gerufen. Für die Prozessbegleitung und Moderation konnte das Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Universität Oldenburg gewonnen werden. Die Arbeitsgruppe umfasst Mitglieder aus Selbsthilfegruppen, Schulen, Stadtelternrat, Stadtschülerrat, Landesschulbehörde, freien Trägern, Politik und Stadtverwaltung sowie diverse weitere Personen.

Der nun im Schulausschuss gefasste Beschluss basiert auf einer einstimmig verabschiedeten Empfehlung der Arbeitsgruppe. Kernaussage ist, dass es in der Stadt Oldenburg keine sogenannten „Schwerpunktschulen“ geben wird, an denen speziell Kinder mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung unterrichtet werden sollen. Stattdessen sollen möglichst viele Schülerinnen und Schüler bereits im ersten Jahr der Inklusion in den regulären Strukturen zur Schule gehen können und jede Schule somit möglichst alle Schüler im Rahmen der üblichen Aufnahmeverfahren aufnehmen. Für den gesamten Einführungsprozess sieht das neue Schulgesetz eine Übergangsfrist bis zum Schuljahr 2018/2019 vor.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss jede Schule jedes Kind im Rahmen der üblichen Verfahrenswege aufnehmen. Bis dahin muss aufgrund der umfangreichen baulichen Herausforderungen in Einzelfällen eine Weitervermittlung an eine andere Schule im Stadtgebiet erfolgen. Um dies zu vermeiden wurde ein umfangreiches Investitionsprogramm auf den Weg gebracht, durch das im ersten Jahr die Grundschulen Babenend, Klingenbergstraße, Krusenbusch, Nadorst, Ofenerdiek, Staakenweg sowie die IGS Helene-Lange-Schule, die Oberschule Alexanderstraße, die Oberschule Eversten und das Gymnasium Eversten baulich „inklusionsfit“ ausgestattet werden. Bis 2018/2019 werden kontinuierlich weitere Schulen folgen.

Für die Eltern von Kindern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung bedeutet der Beschluss bei einer Einschulung in den 1. und 5. Klassen ab dem Schuljahr 2013/2014 ein Wahlrecht zwischen dem Besuch einer Förder- oder Regelschule. Ausgenommen hiervon ist nur der Förderbereich Lernen an Grundschulen – hier findet zukünftig kein Unterricht mehr an den Förderschulen statt. Sollte eine inklusive Beschulung gewünscht sein, erfolgt die Anmeldung im Grundschulbereich ganz normal an der Schule am Wohnort und im Sekundarbereich an der gewünschten Schulform und Schule. Die Eltern werden dann direkt vor Ort beraten, ob die Schule den Ansprüchen des Kindes gerecht werden kann oder ob die Vermittlung an eine möglichst naheliegende Schule notwendig ist.

Aktuell wird an einer ausführlichen Elterninformation gearbeitet, die zu Beginn des neuen Jahres veröffentlicht werden soll und auch den Schulen zur Verfügung gestellt wird.

Amtsleiter Dr. Frank Lammerding fasst das Ergebnis so zusammen: „Die Inklusion ist eine große Herausforderung für die gesamte Stadt Oldenburg. Die Schulen sind ein wichtiger Ort, um mit diesem Prozess zu beginnen. Durch die intensive Arbeit in der AG haben wir ein gutes Modell für die ersten Umsetzungsschritte auf den Weg bringen können. Dabei haben wir auch im Blick, dass Inklusion mehr bedeutet, als nur die Einbeziehung von Kindern mit Behinderung oder die Schaffung von entsprechenden Gebäuden. Unsere große Stärke liegt in dem weiten Bündnis, das sich der gemeinsamen Aufgabe angenommen hat. Wir haben in der Stadt Oldenburg eine positive Vorreiterrolle eingenommen.“

 

(Stadt Oldenburg)

 

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