Kein Lärm in der Rebenstraße

Anwohner müssen keinen neuen Lärm befürchten, Denkmalschützer können sich freuen: Das bei Kanalbauarbeiten in der Rebenstraße gefundene, über 100 Jahre alte Kopfsteinpflaster samt „Pastorenpadd“ bleibt symbolisch auf 15 der rund 450 Meter erhalten. Fast 97 Prozent der stark vom Schulverkehr geprägten Straße erhalten nach Fertigstellung der Kanalisation damit eine geräuscharme und für Radfahrer wesentlich sicherere Asphaltschicht.

Das ist das Ergebnis einer ausführlichen Abwägung des Für und Wider verschiedenster Stellungnahmen von Anliegern sowie bautechnischer, sicherheitsrelevanter und verkehrlicher Voraussetzungen. Stadtbaurätin Gabriele Nießen dazu: „Die Meinungen gingen weit auseinander, beide Positionen haben aber ihre Berechtigung: Einerseits sind Anlieger auf uns zugekommen, die erheblichen Lärm befürchten, wenn wir die Rebenstraße nach dem Kanalbau mit den unbehauenen Feldsteinen ausstatten. Andererseits gibt es zahleiche Aussagen von Bürgern und Anliegern, die dieses seltene Stück Oldenburger Baugeschichte erhalten wissen wollen.

Als Verkehrsbehörde müssen wir außerdem Sicherheitsfragen abwägen: Etwa, dass Radfahrer nicht vor dem Kopfsteinpflaster auf die Gehwege ausweichen und damit Anlieger gefährden. Der nun gefundene Kompromiss hat das alles im Blick.“

Die Lösung sieht vor, an beiden Enden der Rebenstraße sowie in der Mitte je einen fünf Meter kurzen Streifen mit unbehauenen Feldsteinen und – auch Pastorenpadd genanntem – mittig hochkant im Reihenverband verlegtem Klinker darzustellen. „Der kurze, historische Belag an dieser Stelle hat eine geschwindigkeitsdämpfende Wirkung ähnlich wie bei Aufpflasterungen in Tempo-30-Straßen und fördert damit das Ziel einer langsamen und vorsichtigen Fahrweise“, so Nießen weiter. Obwohl Kraftfahrzeuge nicht aus nördlicher Richtung in die Rebenstraße einfahren dürfen – Radfahrerinnen und Radfahrer hingegen schon –, ist sie auf voller Länge in beide Richtungen befahrbar (unechte Einbahnstraße). Dadurch kommt es auf der etwa vier Meter breiten Fahrbahn zwangsläufig zum Begegnungsverkehr auch von Kraftfahrzeugen.

Gefunden wurde die seit etwa 40 Jahren unter der Asphaltschicht verborgene historische Straßenoberfläche bei Kanalarbeiten des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes. Die Arbeiten sind erforderlich, weil der bisherige KanaI aus dem Jahr 1901 weder vom Bauzustand noch vom Querschnitt her seine Aufgaben auf Dauer erfüllen kann. Für die neue Entwässerungsleitung muss die Fahrbahn auf ganzer Länge aufgebrochen werden. Der Abschnitt zwischen der Lambertistraße und dem Zugang zum Gymnasium und zur Robert-Schumann-Halle wird pünktlich zum Schulbeginn fertiggestellt sein.

Danach folgen die übrigen Abschnitte, beginnend an der Straße Knie. Während der Arbeiten werden zudem die Hausanschlussleitungen bis zur Grundstückgrenze erneuert, wie auch die Gas- und Wasserleitungen der EWE, die unterhalb des östlichen Gehwegs liegen.

(Pressestelle Stadt Oldenburg)

 

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