Sprechende Mülltonnen in Oldenburg

Eine Mülltonne, die sich für den eingeworfenen Abfall bedankt?

Seit Montag, 23. Juli, sorgen sie in der Oldenburger Innenstadt fünf Wochen lang bis zum 26. August für Aufsehen und sicher auch so manches Schmunzeln: die „Sprechenden Mülltonnen“. Die von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geförderte Aktion der gemeinnützigen Hannoveraner Organisation benefiz e.V. (ein Zusammenschluss von Fernsehjournalisten) soll spielerisch dazu anregen, seinen Müll nicht einfach auf die Straße zu werfen, sondern gezielt zu entsorgen.

Die Umsetzung der Aktion in Oldenburg wird durch das City-Management Oldenburg (CMO) und den Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Oldenburg (AWB) ermöglicht. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen regionalen Entsorgern, die die Tonnen regelmäßig leeren, standen die Gehäuse bereits in Braunschweig, Hannover, Osnabrück, Sehnde und Salzgitter.

Die einfache Idee ist: Seinen Abfall entsorgen kann Spaß machen.

Bei Einwurf von Müll in die Tonne ertönt, ausgelöst durch eine Lichtschranke, einer von insgesamt zehn verschiedenen Sprüchen, mit denen sich die Tonne für den Müll „bedankt“. Die Tonnengehäuse (in denen herkömmliche 120-Liter-Tonnen platziert werden) bestehen aus Bambusplatten und Lochblech und vermitteln daher auch optisch einen hochwertigen Eindruck. Hergestellt wurden die „Tonnenhäuschen“ von der gemeinnützigen Diakonie Jugendwerkstatt zur Berufsvorbereitung in Hannover-Ahlem. Zahlreiche Unternehmer in der Oldenburger Innenstadt haben eine Patenschaft für eine oder gleich mehrere Tonnen übernommen. Sie sorgen dafür, dass die Gehäuse über Nacht sicher verstaut werden. „Mit dieser Aktion möchte das CMO die Besucher, Anwohner und Kunden für das Thema Sauberkeit weiter sensibilisieren. Die Fußgängerzone ist die ‚Gute Stube‛ einer Stadt und diese sollte sich ihren Besuchern stets im besten Zustand zeigen“, so Birgit Beuse, Geschäftsstellenleitung CMO.

Erfahrungen aus Schweden belegen, dass „Sprechende Mülltonnen“ rund 40 Prozent mehr Abfall erhalten als ihre stummen Partner in der Nähe (Quelle: Stadtverwaltung Stockholm). Das ist für große Kommunen wie die Stadt Oldenburg interessant, fällt doch jährlich in Oldenburg rund 36 Tonnen Restabfall aus Abfallkörben in der Fußgängerzone an. Pro Einwohner und Jahr sind so umgerechnet circa 0,23 Kilogramm Abfall zu entsorgen. Das gesamte Restabfallaufkommen in der Stadt liegt bei rund 112 Kilogramm pro Einwohner und Jahr.

(Pressestelle der Stadt Oldenburg)

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