“Desertion unterm Hakenkreuz” – Vortrag von Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann

“Desertion unterm Hakenkreuz”, so lautet der Titel des öffentlichen Vortrags, den der Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann, am Mittwoch, 6. Juni, 18.00 Uhr, an der Universität Oldenburg (Campus Haarentor, Bibliothekssaal) hält. Baumann ist Gast des Seminars “Die Wehrmacht”, das der Historiker Markus Evers am Institut für Geschichte anbietet.

Baumann, am 13. Dezember 1921 in Hamburg geboren, wurde mit 19 in die Wehrmacht eingezogen. 1942 desertierte er als Marine-Gefreiter in Bordeaux (Frankreich). Er wurde gefasst und saß wegen “Fahnenflucht im Felde” zehn Monate in der Todeszelle des Militärgefängnisses von Bordeaux. Baumann war Häftling im Konzentrations- und Strafgefangenlager Esterwegen und im Wehrmachtsgefängnis Torgau. Anschließend kam er in das “Bewährungs-” bzw. Strafbataillon 500.

Baumann, der in der Friedensbewegung aktiv ist, setzte sich erfolgreich als Mitbegründer der 1990 ins Leben gerufenen “Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V.” für eine allgemeine Rehabilitierung der als vorbestraft geltenden Wehrmachtsdeserteure (im Jahre 2002) und schließlich auch der sogenannten “Kriegsverräter” (im Jahre 2009) ein. “Deutschlands bekanntester Deserteur” – so die Wochenzeitung “Die Zeit” – berichtet an der Universität nicht nur über seine Desertion und die anschließende Inhaftierung, sondern auch über die Arbeit von “Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V.” und über die Anstrengungen, die das Ringen um die Rehabilitierung mit sich brachte.

Infos: http://www.geschichte.uni-oldenburg.de/

(Presse Uni Oldenburg)

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