Afrika-Einblicke für Jugendliche

Die Afrika-KIBUM hat eine spannende Lesereihe für Jugendliche und Interessierte im Programm, die überwiegend im Casablanca Programmkino stattfindet, aber auch in den Stadtteilbibliotheken Kreyenbrück, Eversten und Flötenteich sowie dem Kulturzentrum PFL. Sie gewährt differenzierte Einblicke in verschiedene Themenbereiche: HIV/Aids in Afrika, Apartheid, Völkermord in Ruanda und Vergangenheitsbewältigung, Existenz als Straßenkind. Das Angebot der Lesung ist immer kombiniert mit einer intensiven Diskussion über das Thema. Der Film „Themba“ nach der gleichnamigen literarischen Vorlage von Lutz van Dijk rafft Kindheit und Jugend zu einem bewegten Mix aus Sozialdrama, Coming-of-Age-Geschichte und Sportfilm zusammen. Vom armen Jungen zum erfolgreichen Nationalspieler: Thembas Story klingt zu schön um wahr zu sein – und doch ist sie es. Der berührende Roman handelt vom spannenden Aufstieg eines südafrikanischen Jungen in die Nationalelf seines Landes.

Sexuelle Gewalt und Aids, beides feste Bestandteile des südafrikanischen Alltags, spielen in dem Buch eine zentrale Rolle. „Themba“ erzählt aber auch von Aufbegehren und Mut. In der Rolle von Thembas Förderer ist Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann zu sehen. Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit Lutz van Dijk statt (12. November, 10.30 Uhr, Casablanca-Kino).

Véronique Tadjos dieses Jahr auch in deutscher Sprache erschienenes Jugendbuch ist eine spannende Biografie über den Freiheitskämpfer, Friedensnobelpreisträger und Präsidenten Südafrikas: Nelson Mandela. Es erzählt die wahre Geschichte eines afrikanischen Helden, der immer für die Freiheit und gegen die Unterdrückung kämpfte – und zu einem der großen Nein-Sager der Weltgeschichte wurde. Über 27 Jahre saß Nelson Mandela als erbitterter Gegner der Apartheid in Südafrika im Gefängnis.

1990 wurde er schließlich begnadigt – und unter großem Jubel der Welt freigelassen. Fortan setzte er sich für eine Politik der Versöhnung zwischen Schwarzen und Weißen ein – und wurde 1994 erster schwarzer Präsident des Landes. Im Anschluss an die Lesung findet eine Diskussion mit der in Südafrika lebenden Véronique Tadjo statt (13. November, 11 Uhr, Casablanca-Kino).

Nasrin Sieges Spektrum als Jugendbuchautorin ist breit: „Ich kehre zurück, Dadabé“ ist eine von der ersten bis zur letzten Seite spannende Geschichte vom Überleben in einem der ärmsten Viertel der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Es geht um den alltäglichen Kampf um Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf, aber auch um Lebensfreude, Hoffnung und Zusammenhalt unter den Armen. In ihren „Piraten von Libertalia“ beschäftigt sich die in Äthiopien lebende Autorin mit dem historischen Madagaskar gegen Ende des 17. Jahrhunderts.

Sieges Lesung aus ihrem spannenden Abenteuerroman wird ergänzt um eine materialreiche Powerpoint-Präsentation (14. November, 16 Uhr, und 12. November, 10.45 Uhr, Stadtteilbibliothek Kreyenbrück).

In Philip Oprong Spenners Debüt „Move on up: Ich kam aus dem Elend und lernte zu leben“ wirft er einen Blick zurück auf seine eigene Kindheit und Adoleszenz. Philip wächst als Vollwaise in Kenia auf – auf den Straßen Nairobis. Er lebt, um zu überleben: Brutale Schläge, ständiges Betteln und quälender Hunger sind seine Begleiter. Mit zwölf Jahren kommt das Straßenkind in ein Waisenhaus und geht dort erstmals zur Schule. Philip ist wissbegierig und lernt schnell. Als er 20 Jahre alt ist, wird er von einem Hamburger Arzt adoptiert – und beendet sein Studium in Deutschland mit Auszeichnung. Dennoch entscheidet er sich bewusst gegen einen Karriereberuf – und unterrichtet heute lieber Kinder an einer Hamburger „Problemschule“. Denn er weiß, was die Kinder brauchen und wie er ihnen helfen kann. Im Anschluss an die Lesung findet eine Diskussion mit Philip Oprong Spenner statt (19. November, 11 Uhr, Casablanca-Kino).

Hanna Jansen liest aus ihrem Jugendroman „Über tausend Hügel wandere ich mit dir“, in dem Jeanne und ihre beiden Geschwister sorglos und behütet im afrikanischen Ruanda aufwachsen, dem Land der tausend Hügel.

Die Familie gehört dem Stamm der Tutsi an, einer ruandischen Minderheit. Kurz nach Jeannes achtem Geburtstag im April 1994 passiert das Unfassbare: ein Völkermord. Aufgebracht von Fanatikern bringen bisher friedliche Hutu ihre Tutsi-Nachbarn kaltblütig um. Wahllos morden sie mit Gewehren und Macheten, eine Million Menschen sterben. Der mitfühlende und eindrückliche Roman erzählt die wahre Lebens- und Überlebensgeschichte von Jeanne D’Arc Umubyeyi, die Mitte der 90er Jahre von der Autorin adoptiert wurde. In Jansens neuestem Werk „Herzsteine“ verwebt die Autorin die Identitätssuche des Jugendlichen Sam mit der Geschichte seiner Mutter, die vor 17 Jahren vor dem Völkermord in ihrer ruandischen Heimat geflohen ist (19. November, 11 Uhr, Casablanca-Kino, sowie 16 Uhr, Kulturzentrum PFL).

 

(Stadt Oldenburg)

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